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Bruno der Kartäuser (von Köln)

Namenstage: Bruno

Funktion: Heiliger, Lehrer, Einsiedler, Ordensgründer

Gedenktag: 6. Oktober

Patronat: des Kartäuserordens (Ordo Cartusiensis); gegen Besessenheit und Pest

Das genaue Geburtsdatum von Bruno dem Kartäuser ist nicht geklärt; es liegt wahrscheinlich zwischen 1030 und 1040. Geburtsort war die Stadt Köln, vermutlich war Bruno von adliger Abstammung. Er studierte in Reims in Frankreich, wo er 1057 zum Leiter der Domschule ernannt wurde. Zu seinen Schülern gehörte u. a. der spätere Papst Urban II. (1088–99; Seliger). Das Amt des Erzbischofs von Reims blieb ihm verwehrt, da König Philipp II. Augustus von Frankreich einen eigenen Günstling zum Bischof ernannte.
Bruno verließ Reims 1083 und ließ sich mit seinen Gefährten in einer einsamen Gegend in der Nähe von Grenoble nieder, die ihm ein früherer Schüler, Bischof Hugo von Grenoble, geschenkt hatte. In dem abgelegenen Felsengebiet »Cartusia« gründete Bruno ein kleines Bethaus, die erste so genannte Kartause, aus der 1084 das Stammkloster des Kartäuserordens entstand. Das Leben in der Kartause war asketisch und streng reglementiert, so galt z. B. ein Schweigegebot, zur Verständigung diente die Zeichensprache.
Sechs Jahre lang lebte Bruno zurückgezogen in der Kartause, 1089 rief ihn sein ehemaliger Schüler, Papst Urban II., als seinen Berater nach Rom. Bruno kam diesem Ruf nach und reiste nach Italien. Wenige Monate später musste er mit dem Papst vor den Truppen Kaiser Heinrichs IV. nach Süditalien fliehen (Investiturstreit).
Vom Papst aus seinen Verpflichtungen entlassen, gründete Bruno in Kalabrien 1091 die Kartause Santa Maria dell’Eremo und später San Stefano del Bosco. Dort lebte er bis zu seinem Tod im Jahr 1101.
Bruno selbst hat keine Regeln für den Kartäuserorden hinterlassen, eine erste Niederschrift entstand vermutlich um 1228 durch einen Ordensbruder. Erst im Jahr 1581 gab es ein festes Regelwerk für den Kartäuserorden, das von Papst Innozenz XI. (Seliger) gutgeheißen wurde.
Bruno wurde nie formell heiliggesprochen, seine Verehrung wurde aber 1623 von Papst Gregor XV. für die Gesamtkirche anerkannt.

Darstellung: in weißem Kartäuserhabit mit Finger an den Lippen (Schweigepflicht)

Attribute: Regelbuch, Totenkopf (Symbol der Vergänglichkeit des Lebens), Kreuz, Bischofsmützen zu Füßen (Ablehnung der Bischofsstühle von Reims und Reggio), Stern auf der Brust und Gloriole mit sieben Sternen (weisen auf die schweigende Einsamkeit des Kartäuserordens hin), Erdkugel unter dem Fuß (Sinnbild der Weltverachtung)

 

Quelle: Herder-Verlag

Dieser Text ist dem "Lexikon der Heiligen und Namenstage" entnommen. Albert Urban (Hg.), Herder-Verlag, Freiburg, 2010

 
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